Gedichte (Deutsch)

Diese Seite ist für meine Gedichte in deutscher Sprache reserviert, denn abgesehen vom Malen und Zeichnen bin ich auch ab und zu was das Schreiben angeht kreativ tätig.

 

Das erste Gedicht "Herbstlied" ist schon relativ alt. Ich fand es neulich zufällig unter anderen Dokumenten wieder, und zwar sogar in Form einer recht unglücklichen Übersetzung ins Englische die im Jahr 2004 entstand. Die deutsche Version gefällt mir eindeutig besser und weckte ein paar recht alte Erinnerungen (denn die deutsche Version entstand sogar vor 2001).

 

 

 

                1. Herbstlied

                2. Erzähl mir nicht 

                3. Oberflächlich

                4. Große Frage

                5. Soll ich dich mit einem Sommertag vergleichen

                6. Die Blume

 

 

 

 

 

 

 

 

 

             ******* Herbstlied *******

 

 

Ich folge der Sonne gen Westen nach

Und gehe mit ihr am Horizont unter.

Ich ruhe im Norden der Dunkelheit,

Verträume im Erdreich den kommenden Winter.

 

 

Und ich habe geerntet, was ich gesät hab

Und ich friste davon in der sterbenden Zeit. 

 

 

Ich bin das letzte Blatt, das vom Baum fällt,

Ich reite den Sturmwind und tanz auf den Wolken

Ich bin der Regen der die Erde durchtränkt.

Fort führ ich das Alte und Tote im Herbst.  

 

Und ich habe geerntet, was ich gesät hab

Und ich friste davon in der traurigen Zeit.  

 

Ich bin das letzte Blatt der Rose

Und der letzte Duft, der vom Sommer blieb.

Ich sammelte Früchte und trockene Blüten,

Versteckte die Samen im Erdenschoß.  

 

Und ich habe geerntet, was ich gesät hab

Und ich friste davon in der ruhenden Zeit. 

 

Ich träume von den verflossenen Tagen

Und von den Wundern, die ich erlebt.

Ich male ein Bild mit Erinnerungsfarben,

Warte aufs Morgen, wenn die Sonne sich hebt.    

 

 

Und ich habe geerntet, was ich gesät hab

Und ich friste davon in der Zwischenzeit.

 

   

 

*********** Erzähl mir nicht *********(Juni 2009)

 

Erzähl mir nicht von deiner Liebe

Und von dem Schmerz der dich bewegt!

Die starre Maske die du ständig trägst,

Straft diese Worte Lügen.

 

Die Worte die du sagtest waren Hiebe

Und was sich dort in deiner Brust bewegt

Ist viel zu kalt als dass der Ratschlag den du austeilst

Nicht versteinert und den Mitmenschen auch noch erschlägt!

 

Erzähl mir nicht, dass mein Geliebter erst nach Monaten und Wochen

Beginnt zu merken, dass er mich vermisst!

Wer nichts sagt wenn ich geh, der hat mich auch schon vorher

Nicht sehr gern gerochen.

Warum wunderts dich wenn ich nun endlich drüber steh?

 

Die Worte die du niemals sagtest sind verloren

Und was du dir gedacht hast, kam bei mir nicht an.

Der Sprache ohnmächtig sind doch nur Babies die ganz neu geboren,

Oder betrifft der Mangel auch den ausgewachsenen Mann?

 

Erzähl mir nicht, die Menschen können anders werden,

Denn du hast das in Jahren nicht vollbracht.

Mühsam deutet die Partnerin die karge Mimik und die launischen Gebärden

Und wird am Ende für den Kraftakt auch noch ausgelacht.

 

Die Worte die du jetzt sagst sind mir lästig

Und die Verteidigung so unnütz wie das fünfte Rad an dem Gefährt.

Was immer jetzt noch kommt, meine Meinung bleibt gefestigt,

Also lass uns weiterziehen, lass mich vorbei an dir,

Allein auf meinem Weg der nicht umkehrt.

 

   

 

*********Oberflächlich************(Oktober 2009)

 

Alles geplant und alles erreicht,

auf dem Sockel stehend im Rampenlicht.

Bewundert, geschätzt und beneidet vielleicht,

so präsentierst du dich.

Alles könnend, alles habend,

nur eines entgeht dir,

denn Liebe hast du nicht.

 

Du hast das Geld gesucht,

Erfolg hat dich gefunden,

mit Reichtum, Macht und Stolz.

Der Tag ist ohne Ende,

und fast verflucht

denn täglich machst du Überstunden,

und keiner da, nur die vier Wände.

 

Die grauen Haare haben deinen Kopf erklommen,

und zweifelnd schaust du in das dunkle Spiegelbild.

Wo ist die Frau der Träume?

Ihre Stimme hast du nie vernommen.

Denn statt es ernst zu meinen mit der Liebe,

hattest du nur Zeit für Spass und sagst von dir

„Ich war wohl damals wild“.

 

Nun suchst du eine Dame so wie Frauen Taschen kaufen-

passend zum Outfit soll das heissen.

Sie brauch kein Hirn, sie muss nur Sexappeal ausstrahlen,

und recht gerade auf den hohen Schuhen laufen.

Eine aufgehübschte Schnecke,

eine Leuchte die dein Rampenlicht verstärkt

und, das ist klar, deine Einzigartigkeit bemerkt.

 

Man fragt sich was passieren würde, am Ende unserer Zivilisation.

Keine Frauen mehr mit falschen Fingernägeln,

kein Sonnenstudio, keine Faltencreme,

ohne Peroxid, stattdessen nur noch H2O?

Was wäre nur ein Leben ohne Künstlichkeiten,

wo man den Menschen sehen muss wie er ist?

Es könnte vielleicht unseren Horizont erweitern,

doch fändest du es sicher trist.

 

Nach welchem Motto würdest du den Partner wählen?

Nach Leibesumfang, Kopfbehaarung,

oder wirst du etwa  innere Qualitäten suchen

wo die künstlichen nun plötzlich fehlen?

Eventuell wirst du mit deinen grauen Haaren,

der Modepuppen sucht und keine Partnerin,

im hohen Alter doch noch mal erfahren,

dass Sex das eine ist, und Liebe ganz ein anderes Ding.  

 

 

********** Große Frage***************** (Oktober 2009)

 

Manchmal finden sich die Antworten auf unsere großen Fragen

in den allerkleinsten, alltäglichsten Dingen.

 

Zwischenmenschliche Kälte

Soziale Gleichgültigkeit

Das Ende der Welt

 

Ich fand all das heute morgen, lasst es Euch sagen.

Ihr braucht gar nicht mit den Händen ringen.

 

Noch vor der Mittagspause, in einer kleinen Stadt,

ehe die Uhr zwölf schlug, geschah es sicherlich dreimal.

 

Keine Kommunikation

Totale Ignoranz

Die helfende Hand verachtet

 

Im Angesicht all dessen lächelt man matt, doch hat es innerlich satt.

Das Herz ist voller Hoffnung, doch sind die apokalyptischen Reiter in der Überzahl.

Warum tun wir das?

Diese eine Frage bleibt.

Immerhin, man sagt wir seien doch gescheit...

und gut erzogen,

es wird nicht gestohlen, gemordet, gelogen.

 

Und doch bleibt der Hass.

 

Ein kleines schwarzes Ding dass uns im Nacken sitzt...

Ein negativer Zustand, ein Mangel an Gefühl für alles was nicht Ego ist.

Wir folgen diesem Trieb sehr alttestamentarisch..

Ich habe schlechte Laune, also vermiese ich auch deine, heisst das exemplarisch.

 

 

*** Soll ich dich mit einem Sommertag vergleichen*** (November 2009)

 

 

Soll ich dich mit einem Sommertag vergleichen,

An dem warme Brisen am Ufer des Sees das Schilf wiegen und streichen

Und der Glanz der Sonne auf den Wassern deinen Augen gleicht?

Sommertag, dessen endlose Stunden dahinfliessen, zerschmelzen

Und des Winters Wunden verblassen und vergessen lassen.

 

Was ich empfinde ist durchdringed, doch schwer zu erfassen,

Wie der weisse, mystische Nebel von Oktobertagen,

Geheimnisvoll und erinnerungsschwer, still und ohne Fragen,

Seltsam beruhigend in doch bunt schillernder Farbenpracht.

Gemeinsam sind wir Reisende auf einem Pfad bei Sternennacht.

 

Soll ich dich sehen im Sternenlicht am Firmament,

Wenn die Welt sich in den Schlaf wiegt und den Atem anhält,

mit den Liebenden ruhend in süßen Träumen?

Vertraut und still umhüllt uns als guter Freund die Sternennacht

Und die Anzahl der Lichter in ihrer ruhigen Pracht

Geben uns Zuversicht, dass wir nicht alleine sind.

Seien sie bei Tage auch verborgen, immerfort ruht ihr Blick auf dem Menschenkind.

 

Und soll ich vergleichen deine Stimme mit dem Klang von Wind?

Singend und flüsternd ist sein Wiegenlied in den Wipfeln der Bäume.

Sein sanftes Lied klingt in meinem Herzen nach und schickt mir Träume,

Und spricht von Veränderung in Stetigkeit.

Vertraut ist mir die Melodie, beruhigend wenn die Welt nur schweigt.

 

 

 

 

**** Die Blume**** (November 2009)

 

 

Mein Herz ist eine Blume die im Schatten weint

Im dunklen Licht berührt sie fast die kalte Erde

Wo ist die Sonne ihres Lebens die für sie nicht scheint

Das Licht des Mondes sie nicht trösten mag

Und nicht  der Glanz der viel zu fernen Sterne

Zweifelnd hofft sie auf die Wiederkehr von Tag

Und dass der fahle Mond zur Sonne werde.

 

 

 

 

© Carola Parbott                                Startseite